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Donnerstag, 5. September 2019

Crowdfunding für Pen & Paper RPGs

Es geht hier nicht um einen ausführlichen Guide, in denen die notwendigen Schritte ausführlich behandelt werden, sondern nur um eine Orientierung, wie aufwendig ein Crowdfunding ist.

Basis für ein Crowdfunding ist der Entwicklungsprozess. Viel hängt dabei vom Zufall ab.Der Prozess kann auf schon bestehenden Bilder und Konzeptgrafiken basieren. Tales of the Loop ist hierzu ein gutes Beispiel. Wichtig ist, dass das System frühzeitig entwickelt ist und das klar ist, warum es sich verkaufen könnte. Aber jeder Prozess ist letztendlich für sich individuell.

Meiner Meinung macht es keinen Sinn, das System erst nach dem Crowdfunding zu entwickeln. Sondern  das System sollte fertig sein und nach dem Kickstarter muss nur noch der Rahmen erstellt werden. Die Investition sind zu groß, um ohne konkrete Vorstellungen in die Kampagne zu gehen.

Entwicklung

  1. Erste Zeitplanung und grobe Auflistung der Aufgaben und Aktivitäten - klassische Projektplanung.
  2. Konzeption des Spielsystems und Setting. Entwicklung der Alpha-Version für die erste Testspiele. 
  3. Erste Marketinganalyse - was ist das Alleinstellungsmerkmal, was ist der Mehrwert des Systems, wie sieht er Markt und die Konkurrenz aus, Marktanalyse deutsch- und englischsprachige Systeme.
  4. Festlegung Name, Gestaltung des Logo, Recherche Markenname. Früh ein professionelles Logo zu erstellen, macht Sinn. Es im Laufe der Kampagne und später während der Produktion zu ändern kostet meist mehr und macht viel Arbeit. Dazu macht es Sinn, Flyer, Tisch- und RollUp-Banner für Cons zu produzieren.
  5. Entwickler Blog einrichten. Zusätzlicher Content sind für die spätere Kampagne wichtig und ein Blog hilft auch, an Fotos der Entwicklung und Spielrunden zu veröffentlichen.
  6. Konzeptionelles Layout für das Alpha-Material und gestaltung des Alpha Regelwerkes, Charakterbögen und OneShot-Con-Abenteuer. Die Materialien sollen übersichtlich und schnell zu erfassen sein. Es geht nicht um ein finales Design, sondern das ein Spielleiter eine Runde ohne große Vorbereitung leiten kann.
  7. Spielrunden im Bekanntenkreis und auf Cons, möglichst mit systemfremden Spielleitern. Wichtig ist hier die Dokumentation und Aufnahme von Kritik. Es ist sinnvoll, wenn man einzelne Idee und Mechanismen auf den entsprechenden Seite zu diskussion stellt. Es macht keinen Sinn, Geheimniskrämerisch zu sein. 
  8. Aufarbeitung, Produktion des Beta-Regelwerkes. Auch hier geht es noch nicht um ein finales Design.
  9. Beta-Testrunden und anschließende Überarbeitung zu einer finalen Version.

Kampagne-Vorbereitung

  1. Auswahl der Plattform (Kickstarter, Game on Tabletop, Spieleschmiede, Indigogo, Publishizer, ...). Letztendlich ist es die Frage der Kosten und der Reichweite in der Zielgruppe.
  2. Kalkulation, Kostenabschätzung für die Produktion, mögliche Szenarien für unterschiedliche Auflagen und Strech Goals.
    Dazu sollte man auch Überlegen, welche Pakete es für den Einzelhandel gibt, und wie man ihn mit Promomaterial (Flyer, Quickstarter, Poster) einbinden kann.
  3. Planung des Versands bei Printprodukten. Partner oder andere Lösung für internationalen Versand suchen, falls das notwendig sein sollte.
  4. Bezahlung-Abwicklung überprüfen, was für eine Rechtsform braucht man für die entsprechenden Zahlungssysteme, wo muss man niedergelassen sein. In der Vergangenheit gab es z.B. mit dem Amazon Pay große Probleme.
  5. Lead Grafiker/Designer suchen. Es werden Grafiken für das Cover, ein zwei Innen-Seiten und ein paar Konzeptgrafiken benötigt. Dazu kommt die Gestaltung der Musterseiten, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich abgeschlossen ist.
  6. Konkreter Zeitpunkt für den Kampagnenstart. Zum einen muss er personell begleitet werden, man sollte also Zeit haben. Und die üblichen Sachen, die man Vermeiden sollte - Wochenende, Schul- und Semesterferien, Sommer allgemein und die Zeit vor Weihnachten. Dazu kommt, auf welchen Cons man persönlich einen Stand machen kann. 
  7. Planung der Marketing-Kampagne für den Kickstarter - Beschreibung, Blurb, Storyboard für das Video, Slogan und Textbausteine.  
  8. Produktion der Materialien für die Kickstarterkampagne (Dummy-Seiten, Video-Produktion des Pitches, Grafiken für die Strech-Goals, Visuelle Klammern usw.).
  9. Erstellen der Crowdfunding-Seite auf der entsprechenden Plattform.
  10. E-Mail-Liste beschicken, Facebook-Seite und weitere Ankündigen erstellen für die Ankündigung der Kickstarter-Kampagne (reddit, tumblr, Foren, fb-Gruppen), spezifische Rollenspiel-Blogs. Die meisten Gruppen und Online-Communities haben Regeln, in wie weit ein Crowdfunding beworben werden kann.

Laufende Kampagne

Das man Social Media Marketing während der Kampagne weiter laufen lässt, versteht sich eigentlich von selbst. Dazu gehört die Kommunikation über das Erreichen des Zielbetrages, der verschiedenen Strech-Goals usw.

Nach dem erfolgreichen Abschluss

Am wichtigsten ist nach dem erfolgreichen Abschluss natürlich die Produktion. Ich will nicht auf alle logistischen Probleme mit einer Print-Produktion und dem entsprechenden Versand eingehen.

Ein paar Punkte sind aber weiterhin wichtig:
  1. Kontinuierliche Informationen über den aktuellen Stand für die Backer.
  2. Ein System für Late-Backer zur Verfügung haben, das auch gewährleistet, das sie später alle Produkte 
  3. Klare Informationen, inwieweit das Produkt im Handel erhältlich ist.

Kosten Gestaltung

Es gibt keine Möglichkeit, die Kosten pauschal abzuschätzen. Zum einen ist es ja die Frage, wie viele der Aufgaben selbst übernommen werden können. Gerade arbeitsintensive Aufgaben wie die Redaktionsarbeit für das Social Media Marketing kann fast immer selbst gemacht werden.

Grafiken werden in der Vorbereitung vermutlich der größte Posten sein. Und gerade dort können die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. Pauschal kann man wohl sagen, das es sich nicht lohnt für Rollenspiele  Logoentwicklung, Satz und Grafiken über eine Agentur abwickeln zu lassen. Aber auf der anderen Seite ist die Grafik und der erste Eindruck sehr wichtig. Und man muss ein Grafiker für eine Projektdauer von mehr als einem Jahr binden. Letztendlich muss man viel Suchen und viele Verhandlungen machen.

Einige Abschnitte müssen auch nicht von in Indesign gesetzt werden. Die alpha und beta Materialen kann man auch in Apple Pages, Affinity und sogar in Cavas oder in den verschiedenen Office Lösungen gesetzt werden - wenn man weiß, was man tut.

Weitere Informationen



Sonntag, 28. April 2019

Charakterbogen Design

Das Charaktersheet ist eine der zentralen Element eines Rollenspiel. Es definiert nicht nur die Spielerfigur sondern fast auch Regeln zusammen, oder enthält bei einigen Spielen auch die kompletten Regeln.

Ein paar Punkte, die ich wichtig für ein Sheet finde:
  • Digital Inzwischen ist es eigentlich selbstverständlich, das es Charakterbogen als PDF gibt. Die Zeiten von Kopiervorlagen ist wirklich vorbei.
  • Druckbarkeit Was heißt auch auf einem Schwarz/Weiß-Drucker. Und das man große grau oder farbige Flächen vermeidet oder über eine Ebene in PDF-Dateien ausblenden kann. Sie sollten einen weißen rand haben. Wenn sie in Farbe sind, dann sollten dieFarben so gewählt sein, das sie im Druck einen Kontrast haben (Schwarz auf hellblau – gut, Schwarz auf rot – nicht so gut).
  • Lesbarkeit Spielrunde finden häufig schlecht beleuchtet statt. Kontrast und eine sinnvolle Schrift und Fontsize helfen hier enorm.
  • Integration in die Regeln Ein gutes Sheet hilft, intuitiv den Regeln zu benutzen und hat auch einige Zusammenfassungen mit auf dem Sheet.
  • Übersichtlichkeit Angaben, die im Spiel zusammen eine Rolle spielen, sollten auch zusammen zu finden sein, wichtige Daten sollten oben stehen.
  • Platz zum Eintragen Das erklärt sich auch von selbst, aber ein weiter Grund, die Bögen in Testrunden auszuprobieren.
  • Der Bogen muss dem System folgen, ein schmales System sollte keine ausführliche Charakterbögen haben, ein simulistisches System kann ein Bogen mit sehr viel mehr Details haben.
  • Es können sich Informationen wiederhohlen, z.B. die Attribute können auf allen Seiten auftauchen.
  • Wenn es grundsätzliche Alternativregeln gibt (z.B. Körperzonen), dann braucht man auch zwei Charaktersheets.
  • Bei englisch-sprachigen Systemen sollte man Sheets in US-letter und DIN A4 haben (oder ein entsprechendes Hybridformat, wie 210 x 218 mm).
  • Oder man ist Alterntivfomaten aufgeschlossen sein, z.B. Pocketmod, DIN langoder ein Leporello wie bei Numenéra …

Testspiele

Es gibt nichts wichtigeres für ein gutes funktionales Design, als Testrunden. Und den Output auch zu benutzen, um das Design weiter zu entwickeln. Das heißt auch, das man gute Ideen wieder streicht, wenn man sieht, das sie von den Spielern nicht benutzt werden.

Night Witches Entwickler Blog

Jason Morningstar hat in seinem Artikel die Entwicklung und Konzeption der Charakterbögen für das Night Witches RPG dokumentiert. Night Watches ist ein Kickstarter, das als Setting das 588. Nachtbomberregiment »Nachthexen« der sowjetischen Luftwaffe im 2. Weltkrieg hat.
In dem Artikel sieht man die verschiedenen Versionen (insgesamt 16), die konzeptionellen Ideen (viele Gute) und das entsprechende Design.

Ich mochte besonders den Charakternamen, um 180° gedrehten an der Oberkante des Bogen – obwohl die Idee es nicht in die Endversion geschafft hat. Oder die Orden zum ausschneiden, ich glaub zumindest das sie dafür da sind.

analoggamestudies.org/2014/12/visual-design-as-metaphor-the-evolution-of-a-character-sheet

Selbstrechnen PDFs

Ich kenne keinen Verlag, der selbst ein Sheet mit einem PDF-Formular enthält, das viele Details selbst berechnet. Das ist kein Wunder, es ist technisch als auch zeitlich sehr aufwendig. Ich mag sie, sowohl um meine Sheets auszudrucken, als auch um meine Charaktere abzuspeichern, auch wenn eine Runde zu Ende ist.

Also kann man jedem Verlag nur empfehlen, solche Fans einzubinden. Und sie zu Unterstützen mit Tabellen, offenen Layoutdateien, PDFs usw.

Weitere Ressourcen

Matthew Perkins Überarbeitung D&D 5 Sheet
Handgezeichnete Charakterbögen auf Geek & Sundry

Sonntag, 30. Dezember 2018

Pen & Paper RPG Publisher

Ein besonderer Schwerpunkt sind natürlich deutsche und englischsprachige Verlage. Bei den deutschen Verlage sind einige Selfpublisher mit aufgenommen worden. Aber grundsätzich geht es vor allem um Verlage mit mehreren Publikationen und Reihen.

In dem linke Steuerfeld stehen dann die entsprechenden Auflistungen der Verlage.



Deutsche Rollenspiel-Verlage